HACCP-Konzept erstellen – die 7 Grundsätze und eine Vorlage zum Ausdrucken
23. August 20269 Min. LesezeitRedaktion Venheim — geschrieben aus dem Betriebsalltag, kein Rechtsrat
Inhaltlich geprüft am 23. August 2026 — Quellen am Ende des Artikels; bei geänderten Vorgaben wird dieser Artikel aktualisiert.
Ein HACCP-Konzept beschreibt, wie ein Betrieb Lebensmittelgefahren beherrscht: Gefahren analysieren, kritische Kontrollpunkte festlegen, Grenzwerte setzen, überwachen, korrigieren, verifizieren, dokumentieren — die sieben Grundsätze aus Art. 5 der VO (EG) 852/2004. Hier stehen alle sieben in Alltagssprache plus eine druckbare Gliederungs-Vorlage; die betriebsindividuelle Gefahrenanalyse ersetzt sie nicht.
Wer Lebensmittel zubereitet oder verkauft, muss ein Verfahren nach den HACCP-Grundsätzen einrichten und belegen können. Dieser Artikel übersetzt die sieben Grundsätze in die Sprache eines kleinen Betriebs und liefert eine Gliederungs-Vorlage zum Ausdrucken — Deckblatt, Gefahrenanalyse, CCP-Überwachung, Verifizierung. Sofort nutzbar, ohne E-Mail-Angabe.
Was die Verordnung wirklich verlangt
Grundlage ist Art. 5 der EU-Verordnung 852/2004 über Lebensmittelhygiene: Jedes Lebensmittelunternehmen muss ein ständiges Verfahren einrichten, durchführen und aufrechterhalten, das auf den HACCP-Grundsätzen beruht — sie gehen auf den Codex Alimentarius zurück und gelten unmittelbar in Österreich wie in Deutschland. »HACCP-Konzept« ist dabei kein eigener Rechtsbegriff, sondern der eingebürgerte Name für genau dieses Verfahren samt seiner Dokumentation. Wichtig für kleine Betriebe: Die Verordnung ist ausdrücklich flexibel gebaut — die Dokumentation muss der Art und Größe des Betriebs angemessen sein, und wo sich keine kritischen Kontrollpunkte bestimmen lassen, kann die gute Hygienepraxis an ihre Stelle treten. Ein Wiener Café braucht also kein Konzernhandbuch — aber es muss zeigen können, dass es seine Abläufe durchdacht hat und die Kontrollen wirklich laufen.
Die sieben Grundsätze in Alltagssprache
Art. 5 Abs. 2 der Verordnung zählt sieben Schritte auf — hier stehen sie so, wie sie sich in einem kleinen Betrieb anfühlen. Die Reihenfolge ist zugleich der Bauplan der Vorlage weiter unten.
Gefahren analysieren
Den Weg der Ware einmal komplett durchgehen — vom Lieferanten bis zum Teller — und je Schritt fragen: Was kann hier schiefgehen? Biologisch (Keime), chemisch (Reinigungsmittel), physikalisch (Glassplitter, Metall).
Beispiel: Rohes Geflügel und verzehrfertiger Salat auf demselben Schneidbrett — die klassische Kreuzkontamination.
Kritische Kontrollpunkte (CCP) bestimmen
Die wenigen Schritte finden, an denen eine Gefahr NUR an dieser Stelle beherrscht wird — fällt der Schritt aus, kommt das Risiko beim Gast an. In kleinen Betrieben sind das oft nur ein oder zwei Punkte; vieles erledigt schon die gute Hygienepraxis.
Beispiel: Das Durcherhitzen von Faschiertem: Danach kommt kein Schritt mehr, der Keime abtötet.
Grenzwerte festlegen
Je CCP eine prüfbare Grenze: eine Temperatur, eine Zeit, ein sichtbares Kriterium. Es muss nicht immer eine Zahl sein — die Verordnung erlaubt ausdrücklich auch nicht-numerische Kriterien, wo eine Messung nicht sinnvoll ist.
Beispiel: Kerntemperatur beim Erhitzen, Lagertemperatur im Kühlgerät — die belegten Werte stehen im Temperaturlisten-Ratgeber.
Überwachen
Die laufende Kontrolle der CCPs: messen, notieren, abzeichnen — zeitnah, nicht am Monatsende aus dem Gedächtnis. Das ist der Grundsatz, der im Alltag täglich anfällt und deshalb am häufigsten liegen bleibt.
Beispiel: Die Kühlgeräte-Temperatur täglich messen und auf der Liste eintragen, mit Kürzel der Person.
Korrekturmaßnahmen festlegen
VORHER festlegen, was passiert, wenn ein Grenzwert reißt — damit im Stress niemand improvisieren muss: Ware umlagern, nacherhitzen, entsorgen, Techniker rufen. Und jede Abweichung samt Maßnahme notieren.
Beispiel: Kühlgerät zu warm → Ware in ein funktionierendes Gerät, Gerät prüfen lassen, Entscheidung über die Ware dokumentieren.
Verifizieren
Regelmäßig prüfen, ob das Ganze wirklich funktioniert: Listen durchsehen (wird lückenlos eingetragen?), Thermometer kontrollieren, nach jedem Vorfall fragen, ob die festgelegte Maßnahme gegriffen hat.
Beispiel: Einmal im Monat die Temperaturlisten durchblättern — Lücken und Abweichungen ohne Maßnahme fallen sofort auf.
Dokumentieren
Aufzeichnungen führen, die der Art und Größe des Betriebs angemessen sind — so steht es wörtlich in der Verordnung. Kein dickes Handbuch, aber: Die Listen müssen existieren, aktuell sein und bei einer Kontrolle auffindbar.
Beispiel: Temperaturliste, Reinigungsnachweis, Wareneingangskontrolle, Schulungsnachweise — geordnet an einem Ort.
Ehrlich gesagt: Die Vorlage strukturiert — die Gefahrenanalyse kennt nur dein Betrieb
Welche Gefahren es bei dir gibt, hängt an deiner Karte, deinen Geräten und deinen Abläufen — ein vorgefertigtes Konzept aus dem Internet kann das nicht wissen, auch dieses nicht. Die Vorlage unten liefert die Gliederung und die richtigen Fragen; die Antworten trägt der Betrieb selbst ein, bei Unsicherheit mit einer Hygiene-Beratung. Der offizielle Mittelweg für kleine Betriebe sind die Hygiene-Leitlinien zum Österreichischen Lebensmittelbuch — u. a. für Einzelhandelsunternehmen und Gemeinschaftsverpflegung — und das WKO-Hygieneskriptum fürs Gastgewerbe (Quellen am Ende): Sie nehmen einen Großteil der Analyse-Arbeit ab.
Die Gliederungs-Vorlage zum Ausdrucken
Vier Teile, die zusammen das Gerüst eines Eigenkontroll-Konzepts ergeben: das Deckblatt mit Verantwortlichkeit und Stand, die Gefahrenanalyse entlang des Warenwegs, die CCP-Überwachung mit Grenzwert und Korrekturmaßnahme und der Abschnitt Verifizierung/Dokumentation. Die vorbefüllten Prozessschritte sind der übliche Weg der Ware durch einen Gastro-Betrieb — streiche, was es bei dir nicht gibt, und ergänze, was fehlt.
Zum Aushängen: Diese Seite hat eine Druckfassung — gedruckt wird nur die Konzept-Vorlage, ohne Kopfzeile und Werbung. Am Rechner Strg/Cmd + P, als PDF speichern geht im Druckdialog.
Teil 1: Deckblatt
Wer verantwortlich ist und wie aktuell das Konzept ist — die beiden Fragen, die eine Kontrolle zuerst stellt.
Betrieb / Standort: Verantwortlich für die Eigenkontrolle: Stand (Datum der letzten Überarbeitung):
Teil 2: Gefahrenanalyse
Je Prozessschritt: Welche Gefahr kann hier entstehen, wie wird sie beherrscht — und ist dieser Schritt ein kritischer Kontrollpunkt? Ein CCP ist er nur, wenn die Gefahr an keiner späteren Stelle mehr abgefangen wird.
| Prozessschritt | Mögliche Gefahr (biologisch / chemisch / physikalisch) | Maßnahme zur Beherrschung | CCP? (ja/nein) |
|---|---|---|---|
| Wareneingang | |||
| Kühl-/Tiefkühllagerung | |||
| Trockenlagerung | |||
| Vorbereitung / Auftauen | |||
| Zubereitung / Erhitzen | |||
| Abkühlen / Zwischenlagern | |||
| Warmhalten / Ausgabe | |||
Teil 3: CCP-Überwachung
Eine Zeile je CCP aus Teil 2: der Grenzwert, wie oft gemessen wird, was bei einer Abweichung passiert und wer es verantwortet. Belegte Richtwerte für Kühlung, Tiefkühlung und Warmhaltung stehen im Temperaturlisten-Ratgeber.
| CCP | Grenzwert | Messung (wie oft?) | Korrekturmaßnahme bei Abweichung | Verantwortlich |
|---|---|---|---|---|
Teil 4: Verifizierung und Dokumentation
Welche Aufzeichnungen laufend geführt werden — und wann das Konzept zuletzt als Ganzes geprüft wurde.
Unsere laufenden Aufzeichnungen
- ☐ Temperaturliste Kühl- und Tiefkühlgeräte
- ☐ Reinigungsplan und Reinigungsnachweis
- ☐ Wareneingangskontrolle
- ☐ MHD-Kontrolle / Verlust-Dokumentation
- ☐ Schulungs- und Belehrungsnachweise
- ☐
- ☐
Überprüfung des Konzepts
- Geprüft am durch
- Geprüft am durch
- Geprüft am durch
Anlass für eine außerplanmäßige Überprüfung: neue Speisekarte, neues Gerät, geänderter Ablauf, ein Vorfall.
Das Konzept schreibt man einmal — gelebt wird es täglich
Von den sieben Grundsätzen macht einer die tägliche Arbeit: die Überwachung. Temperaturen messen, Reinigung abzeichnen, MHD kontrollieren — jeden Tag, in jeder Schicht, mit Person und Zeit am Eintrag. Genau diesen Teil nimmt Venheim ab; die Gefahrenanalyse bleibt Kopfarbeit des Betriebs.
Täglich statt nachträglich
Temperatur je Gerät, Reinigungshaken je Schicht, MHD-Ampel — erfasst in dem Moment, in dem es passiert, nicht am Monatsende rekonstruiert.
Person und Zeit am Eintrag
Jeder Eintrag trägt automatisch, wer wann erfasst hat — und weicht ein Wert vom Soll ab, verlangt die App sofort die Maßnahme.
Nachweis auf Knopfdruck
Der monatliche HACCP-Nachweis entsteht als Excel-Datei aus den echten Einträgen — die Dokumentation aus Grundsatz 7, ohne Abtippen.

Die laufende Überwachung, ohne Zettel
Die Vorlage bringt dein Konzept aufs Papier — die tägliche Überwachung bleibt trotzdem Handarbeit: messen, abzeichnen, ablegen, abtippen. In Venheim hakt dein Team Temperaturen, Reinigung und MHD am eigenen Handy ab, jeder Eintrag hält Person und Zeit fest, und der monatliche HACCP-Nachweis entsteht als Excel-Datei auf Knopfdruck. Kostenlos starten, ohne Zahlungsdaten.
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Passend dazu
Zum Weiterlesen im Ratgeber
Häufige Fragen
Brauche ich als kleines Café ein volles HACCP-Konzept?
Was ist ein CCP — und wie viele hat ein kleiner Betrieb?
Muss das HACCP-Konzept schriftlich vorliegen?
Wie oft muss das Konzept überarbeitet werden?
Ersetzt diese Vorlage eine Hygiene-Beratung?
Quellen
- Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene, Art. 5 (HACCP-Grundsätze) und Erwägungsgrund 15 (Flexibilität für kleine Betriebe) — EUR-Lex Stand 03/2021 (konsolidiert), geprüft 23.08.2026
- Hygieneleitlinien zum Österreichischen Lebensmittelbuch — u. a. Leitlinien für Einzelhandelsunternehmen und für die Gemeinschaftsverpflegung (verbrauchergesundheit.gv.at) Stand geprüft 23.08.2026
- Hygiene im Gastgewerbe — Skriptum Lebensmittelhygiene (WKO, A. Schmölzer): HACCP-Umsetzung in der Gastro-Praxis Stand 07/2025, geprüft 23.08.2026
Wer das schreibt
Michael Faix führt sieben Standorte in Wien und Linz (Gastronomie und Fitness, Stand August 2026) und hat Venheim für den eigenen Betrieb entwickelt — jede Funktion und jeder Ratgeber kommt aus diesem Alltag, nicht aus einer Textredaktion. Mehr über den Hintergrund. Kein Rechtsrat — bei Zweifelsfragen entscheidet die Auskunft von Behörde, Kammer oder Kanzlei.
Wichtig: keine Rechtsberatung
Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ist ausdrücklich keine Rechtsberatung. Die Vorlage ist eine Gliederungshilfe — welche Gefahren, Kontrollpunkte und Grenzwerte für deinen Betrieb gelten, ergibt sich aus deinen Abläufen, den offiziellen Hygiene-Leitlinien und im Zweifel aus der Auskunft der Lebensmittelaufsicht, der Kammer oder einer Hygiene-Beratung.